Ich habe gerade in der Universitäts- und Landesbibliothek in Bonn die neueste Ausgabe von "The Psychology of Happiness" von Michael Argyle entdeckt. Wahrscheinlich sind die Ergebnisse der Glücksforschung durch Bücher wie "Hektors Reise zum Glück" weithin bekannt, ich möchte an dieser Stelle die Haupterkenntnisse aus dem Fazit zusammenfassen, weil ich sie so faszinierend finde:
- Geld macht nicht wirklich glücklich. Nur weniger als seine Vergleichspersonen zu verdienen drückt die Stimmung.
- Freizeit: am glücklichsten machen Sport bzw. Bewegung und Musik, aber natürlich ist jeder da ganz unterschiedlich.
- Arbeit ist ein wichtiger Faktor, wenn sie zufriedenstellend und erfüllend ist.
- Der wichtigste Einzelfaktor für Glück und Zufriedenheit sind soziale Beziehungen! Ein Abend mit Freunden, spazierengehen mit dem Partner, mit den Kindern Zeit verbringen. Argyle schreibt dazu: "Simply being with friends and those we love puts us in a good mood." (S.224) Und tatsächlich gilt dafür wie für die meisten Glücksspender: "the best things in life are free"!
Mittwoch, 11. August 2010
Die Psychologie des Glücks
Donnerstag, 10. Juni 2010
Die zitternde Frau
Eine meiner absoluten Lieblingsautorinnen ist Siri Hustvedt. Heute möchte ich Ihr neuestes Buch empfehlen, das zw
ar Themen Ihrer vier großartigen Romane aufgreift, im Prinzip aber autobiographisch ist. In "die zitternde Frau" beschreibt Hustvedt, wie sie während einer Rede anfängt, am ganzen Körper zu zittern. Sie redet zwar weiter, hat aber keine Kontrolle mehr über ihren Körper. Das wiederholt sich in verschiedenen Vortragssituationen und ist der Ausgangspunkt für eine wissenschaftshistorische Reise durch die Psychotherapie und die Gehirnforschung. Die New Yorkerin schreibt unglaublich informativ und mit einem ganz klaren persönlichen Bezug: sie möchte verstehen, was mit ihr los ist. Ich habe sehr viel gelernt durch dieses Buch und gleichzeitig eine Reise mitgemacht in die "Geschichte meiner Nerven", so der Untertitel.
Hustvedt geht in diesem Buch viele spannende Themen der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit unserem Geist durch: immer wieder kommt sie auf die Hysterie zu sprechen, die auch in ihrem Meisterwerk "Was ich liebte" eine wichtige Rolle spielt. Faszinierend sind auch ihre Beschreibung des "Automatischen Schreibens" und wie sie diese Methode bei Schreibworkshops in Psychatrien anwendet. Am Ende des Buches steht zwar keine Heilung, aber ich finde es bemerkenswert, wie mutig und offen sie mit ihrer eigenen Krankheit umgeht. Ein absoluter Lesetipp.
Freitag, 21. Mai 2010
Verhandeln...aber wie?

Im aktuellen Heft von managerSeminare habe ich eine Rezension über das Buch "Verhandeln für Unschuldslämmer" von Bob Etherington veröffentlicht. Mein Fazit lautet: "Insgesamt ist das Buch eine Aneinanderreihung von guten Tipps und netten Anekdoten, ohne dass bei mir ein großer Lerneffekt eingesetzt hätte." (S.82) Auch die anderen Testleser haben ihre Bücher über Verhandlungen eher kritisch begutachtet. Ich finde weiterhin, dass das "Harvard-Konzept" der Klassiker ist, mit dem sich jeder auseinandersetzen sollte: Das Werk von Roger Fisher und William Ury (im Original: "Getting to Yes") ist das Ergebnis einer großangelegten Studie über das Verhandeln. Auf den Bazaren der orientalischen Welt (Das Foto aus Marokko ist von Mait Jüriado, flickr.com) habe ich aber noch mehr gelernt. Wie immer: Übung macht den Meister. Wobei ich zuletzt im Februar in Istanbul meinen Meister gefunden habe, zumindest was das Feilschen angeht.
Sonntag, 15. Februar 2009
Tolle Tools!
für die Regionalentwicklung".
Donnerstag, 5. Februar 2009
Three Cups of Tea
Dienstag, 20. Januar 2009
Atmen
Ich lese gerade ein wunderbares Buch: Breath von Tim Winton. Es handelt von Surfen, von Erwachsen-Werden und vom Atem, wie der Titel schon verrät.
Diese Stelle hat mich tief beeindruckt: "More than once since then I've wondered whether the life-threatening high jinks that we got into were anything more than a rebellion against the monotony of drawing breath. (...) as a youth you do sense that life renders you powerless by dragging you back to it, breath upon breath upon breath in an endless capitulation to biological routine, and that the human will to control is as much about asserting power over your own body as exercising it on others." (S.41)
Atemzüge, die ich in meinem Leben bisher gemacht habe, als Schätzung: 250.000.000 (250 Millionen)!
Sonntag, 11. Januar 2009
Ein Wintergedicht
der richtig hell wurde; jetzt
liegen flächen in dunkel und die häuser
halten den schnee
die erinnerung einzuholen
jenseits der weißen dachkanten
stimmen, geräusche
aus dem hintergrund
der geschichten, die kurz
in der dämmerung aufleuchten
kahl sind die flächen, kaum sichtbar
unter der luft
die ränder verschieben sich täglich
von nico bleutge (aus fallstreifen, Beck: 2009, S. 70)


